John Douglas und der BTK-Serienkiller
Nach dem siebten Opfer fordert der Mörder von den Medien einen Namen und schlägt ihn selbst vor: B für "Bind" (fesseln), T für "Torture" (foltern) und K für "Kill" (töten).
Ein Fall für den wohl berühmtesten Serienmörderjäger der Welt: John Douglas.
"Er ist wieder da"
John Douglas, der legendäre Profiler des FBI, isst gerade zu Abend, als an einem Märztag des Jahres 2004 das Telefon klingelt. Seit er 1995 aus dem FBI ausschied, nützte er seine Zeit, um Weltbestseller, wie zum Beispiel "Die Seele des Mörders", zu schreiben, Vorträge zu halten und weitere Studien zu den Psychen von Verbrechern zu verfassen. Jedenfalls war er nicht mehr das, was man einen "aktiven" Polizisten nennt. John Douglas war in Pension.
Einer jener Fälle, die er in seiner aktiven Zeit beobachtete, war immer noch ungelöst. Ein Serienmörder aus Wichita, der sich selbst nach seiner Vorgangsweise "BTK" nannte, lief an jenem Abend des Jahres 2004 immer noch frei herum. Douglas kannte den Fall seit dem Herbst 1974. Seit 30 Jahren.
Modus Operandi
BTK - bind, torture, kill - steht für fesseln, foltern, töten, das Muster, dem der Serientäter seit Jahrzehnten folgt. Irgendwie schafft er es, in die Häuser seiner Opfer einzudringen, er überwältigt, fesselt und quält sie, bis er sie, wenn ihm danach ist, schließlich tötet. Zu seinen Opfern gehören Männer, Frauen, Kinder.
Selbst für den hartgesottenen FBI Profiler ist dieser Mörder von beinahe beispielloser Grausamkeit. Und er ist ganz anders, als die anderen von Douglas untersuchten Mörder. "Zweifellos", schreibt Douglas in seinem neuen Buch "Das Profil eines Mörders. Die lange Jagd nach dem BTK-Serienkiller", "war BTK ein Sadist, der seinen Opfern unermessliche Grausamkeiten zufügte. Trotzdem unterschied er sich von allen anderen Sexualsadisten, die ich untersucht hatte, Typen, die andere körperlich quälen mussten, um sich sexuell zu befriedigen. Ihn erregten Foltermethoden, die überwiegend mental und nicht physisch waren. Obwohl er von körperlicher Folter besessen schien, war diese nicht Teil von dem, was man seine 'Handschrift' nennt, nämlich das, was der Mörder tun muss, um sich psychisch zu befriedigen. BTKs Handschrift war Fesselung, nicht körperliche Folter." (S. 45)
Vom Erdboden verschluckt
BTK scheint nicht zu fassen zu sein, obwohl er sogar mit der Polizei kommuniziert. Er brüstete sich im Lauf der Jahre und Jahrzehnte mit seinen Morden und strebte nach öffentlicher Aufmerksamkeit, die ihm natürlich zuteil wurde. Doch dann verschwand er für viele Jahre von der Bildfläche.
Douglas geht 1995 mit einer Menge ungelöster Fragen zu diesem Fall in Pension. Tötete er immer noch? Was genau tat er seinen Opfern in sexueller, physischer und psychischer Hinsicht an? Warum war er nicht gefasst worden? War er tot? War er wegen eines anderen Verbrechens in Haft? War er weggezogen oder gab es einen anderen Grund dafür, dass einer der gefährlichsten Verbrecher Amerikas wie vom Erdboden verschluckt war?
Bis dann an jenem Abend im März 2004 John Douglas dieser Anruf eines ehemaligen Kollegen erreicht, eines aktiven Profilers des FBI, den Douglas noch kurz vor seiner Pensionierung ausgebildet hatte. BTK hatte der örtlichen Zeitung gerade ein Foto geschickt, das er während eines von ihm begangenen Mordes aufgenommen hatte. Das FBI nimmt die Ermittlungen wieder auf. Und stößt auf die Spur von Dennis Rader, Familienvater und Vorstand der örtlichen Kirchengemeinde, der seit über 30 Jahren die Menschen in Wichita in Angst und Schrecken versetzte.
Die Arbeit des Profilers
John Douglas begleitete als Berater die Ermittlungen des FBI, das den Mörder schließlich fassen konnte. Nun hat Douglas gemeinsam mit Johnny Dodd ein Buch über die Fälle geschrieben, in dem er, wie immer, tiefe Einblicke in die Seele des Täters gibt.
Ein empfehlenswertes Buch, gut erzählt, gut geschrieben und so intelligent, dass
es schwer fällt, es aus der Hand zu legen:
Das Profil eines Mörders. Die lange Jagd nach dem BTK-Serienkiller
Webseite von John Douglas www.johndouglasmindhunter.com